Kime - Die Körperspannungsphase

Im Shotokan Karate-Do gibt es eine Vielzahl von Wörtern und Begriffen, die auf dieser Seite in Themengebieten zusammengefasst sind. Die angegebenen Definitionen sind einmal wörtliche Übersetzungen bzw. die daraus resultierenden Bedeutungen.

kime

Jeder, der eine Zeit lang eine Kampfkunst trainiert hat, kommt auch mit dem Begriff Kime in Berührung. Kime ist ein japanischer Ausdruck, der zwar in verschiedenen Kampfkünsten anders benannt wird, aber von seiner Bedeutung her immer ein und dasselbe darstellt.
Kime ist in erster Linie eine Muskelspannungsphase, wobei diese nicht in einem einzelnen Muskel sondern in allen Muskeln des Körpers gleichzeitig stattfindet. Um die einzelnen Abschnitte der verschiedenen Spannungsphasen im Körper darzustellen, kann man sie in verschiedene Stufen einteilen.

In der ersten Stufe ist der Körper entspannt. Der Karateka wartet auf den geeigneten Zeitpunkt um seine Technik zu starten. Tritt dieser Moment ein, so beschleunigt er den Teil seines Körpers (z.B. den Arm oder das Bein), mit dem er die Technik ausführen will. Auch in der Bewegung muß seine Muskulatur relativ locker bleiben, um eine hohe Geschwindigkeit erreichen zu können. In der zweiten Phase kommt nun das Kime ins Spiel. Hat der Karateka mit seiner Technik das gewünschte Ziel erreicht, so spannt er sämtliche Muskeln des Körpers schlagartig an und wandelt somit seine kinetische Energie in einem Punkt um. D.h. seine beschleunigte Energie wird nun im Ziel explosionsartig freigesetzt. Zusätzlich wird der Karateka mit seinen angespannten Muskeln zu einem (fast) unbeweglichen, starren Körper, der im Idealfall auch keine Rückstoßenergie aufnimmt. Durch diese verschiedenen Aspekte wird eine starke Energieübertragung erreicht – das Ziel muß somit die gesamte Energie einstecken .


Der starre Moment der zweiten Phase (Kimephase) darf nur einen sehr kurzen Augenblick anhalten. Dann nämlich muß sofort in die dritte Phase gewechselt werden, die wieder eine lockere Muskulatur voraussetzt. Denn ein starres Verharren an einer bestimmten Position bedeutet für den Karateka, das er ein unbewegliches und damit leicht zu treffendes Ziel für den Gegner darstellen würde. Je weiter der Karateka in seiner Kampfkunst fortgeschritten ist, um so stärker aber auch kürzer muß seine Kimephase werden.


Kime ist das Geheimnis jeder Technik. Ohne Kime ist jede Technik nur eine schiebenden Technik, d.h. es wird nur ein Teil ihrer Bewegungsenergie umgesetzt. Um aber effektiv arbeiten zu können, muß der Karateka seine gesamte Energie umsetzten können. Dieses kann aber nur mit Hilfe des Kime funktionieren.